Anpassungsstörungen des Kindes

Manchmal ist die Ankunft eines neuen Erdenbürgers so ganz anders, als man sich das zunächst vorgestellt hat. Alles, was sich unter dem Begriff „Anpassungsstörung“ verbirgt, kann das Ankommen auf dieser Welt für Kind und Eltern enorm erschweren, ohne daß es eine sichtbare Ursache dafür zu geben scheint.

Aber was genau verbirgt sich denn hinter dem alles und nichts aussagenden Ausdruck „Anpassungsstörung“?

Die Neugeborenenzeit ist geprägt von ganz existentiellen Dingen wie Essen, Schlafen und Verdauen.
Bei den sogenannten Anpassungsstörungen kommt es zu einer Beeinträchtigung eines oder auch mehrerer Bereiche. Das Stillen/Füttern funktioniert manchmal nur sehr mühsam. Entweder sind die Kinder so müde, daß sie immer wieder einschlafen oder sie trinken so hastig, daß sie es kaum schaffen, ordentlich zu saugen. In den Schlaf finden sie nur mit ganz viel Mühe und vor allem Körperkontakt. Ohne direkten Körperkontakt ist an Schlaf überhaupt nicht zu denken. Hat das Kind es endlich geschafft einzuschlafen, schreckt es immer wieder hoch, weckt sich selbst wieder auf mit seinen fuchtelnden Ärmchen oder hat immer nur ganz kurze Schlafphasen.

Auch die Verdauung läuft unter Umständen nicht ganz optimal. Die Kinder leiden eventuell unter 3-Monats-Koliken oder haben jede Menge Luft im Bauch. Die Kinder sind sehr reizbar und weinen viel. Diese Probleme bedingen sich natürlich auch gegenseitig. Zu hastiges Trinken bringt vermehrt Luft in den Bauch; Bauchschmerzen erzeugen Unruhe und stören den Schlaf. Ein übermüdetes Kind wird noch reizbarer… Ein Teufelskreis, bei dem man als Eltern oft nur hilflos daneben stehen kann.

Wie kommt es dazu?

Letztendlich spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Zum einen kann eine sehr stressige und eventuell noch von Ängsten begleitete Schwangerschaft die Entstehung schon vorgeburtlich beeinflussen. Steht die werdende Mama ständig „unter Strom“, steigen natürlich die Stresshormone im Kreislauf der Mutter an und damit auch im Kreislauf des ungeborenen Kindes. Das Kind wird auf diesen Reiz mit eigenen Körperreaktionen antworten. Ist diese stressige Phase nur von kurzer Dauer, ist das für unseren Körper gar kein Problem. Er ist auf solche Situationen bestens vorbereitet und kann damit sehr gut umgehen. Bleibt allerdings ein Dauerstress, erschöpft sich das Stresssystem des Kindes und es hat weniger Kompensationsmöglichkeiten um die bevorstehende Geburt mit allen anschließenden Eindrücken zu verarbeiten.

Ein verlängerter, komplizierter Geburtsverlauf kann ebenfalls ein begünstigender Faktor sein oder noch zusätzlich zur stressigen Schwangerschaft dazu kommen. Natürlich hat auch die Zeit nach der Geburt eine große Bedeutung, da die junge Familie Zeit braucht, um in ihre neue Rolle hinein zu wachsen. Manche Kinder brauchen gerade dann einen ruhigen Ablauf ohne den täglichen Besuch von allen entfernten Verwandten und Freunden oder den stundenlangen Einkauf im neuesten und größten Kaufhaus der Stadt.

Was können Sie tun?

Wie oben schon erwähnt, ist für ein Kind, das sowieso schon sehr überreizt und völlig überfordert ist mit der neuen Umgebung, Ruhe das Allerwichtigste. Kein lauter Besuch, kein grelles Licht, keine großen Ausflüge in laute Umgebungen. Jetzt ist viel Körperkontakt und auf dem Arm tragen wichtig. Und nein, man kann sie so früh noch nicht zu sehr damit verwöhnen ;-).
Wenn von den Kindern ein Tragetuch oder ein anderes Tragesystem gut akzeptiert wird, dann kann man das in dieser Phase sehr gut nutzen. Natürlich ist es auch wichtig, selbst immer mal wieder kurz inne zu halten, tief durchzuatmen und so gut es geht, für Entspannung bei sich selbst zu sorgen.

Was können wir für Sie tun?

Eine osteopathische Untersuchung ist hinsichtlich dieser Symptome absolut sinnvoll. Nach einer ausführlichen Anamnese über die Schwangerschaft und Geburt, werden alle Systeme des Kindes untersucht, die mit den Problemen in Zusammenhang stehen können. Diese sanften Bewegungsprüfungen leiten den Osteopathen über die Gelenke der Arme und Beine über das Becken, Schultergürtel und Brustkorb bis zu allen Teilen der Wirbelsäule und zu den Kopfgelenken. Desweiteren wird der Bauch und der Kopf untersucht und auf sogenannte Dysfunktionen hin abgesucht. Diese Bewegungsstörungen (Blockaden) sind im kindlichen Gewebe sehr fein als Festigkeiten oder unelastische/harte Areale zu spüren. Durch weiche, langsame, rhythmische Bewegungen oder gehaltene Positionen wird das Gewebe ausbalanciert und der Osteopath verhilft dem kindlichen Gewebe schnell zur Entspannung. So wird das Gleichgewicht im Gewebe wieder hergestellt und der Körper bringt sich mit seiner Selbstregulation die Heilung. Sind diese Festigkeiten beseitigt, kann das Kind ohne Probleme seine normalen kindlichen Entwicklungsphasen durchleben.

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